Unsere Arbeit

Kleintiere zu versorgen gehört genau so zu den Aufgaben eines Tierschutzvereines.

 

Die Pflegestellen bemühen sich den Tieren ein artgerechtes zu Hause zu bieten, klärt die zukünftigen Besitzer über die richtige Haltung der Schützlinge auf, u.v.m.

Also wir bei der HHÖ ...

...übernehmen hauptsächlich ungewollte Hamster von Privat. Oft wenden sich überforderte Besitzer an uns, da sie einen Hamster für ihr Kind gekauft haben und dieses das Interesse verloren hat, sie ins Ausland gehen, keine Zeit mehr haben, oder sie festgestellt haben, dass der Hamster noch Gepäck hatte und plötzlich 6-12 Babys (oder noch mehr) im Nest liegen. Im Wiener Tierquartier würde man pro Hamster 30€ bezahlen, wenn man ihn abgeben möchte. Wenn dann eine Goldhamsterdame mit ihren 8 Babys abgegeben werden soll, weil die Babys nicht gewollt waren und es sich bei der Besitzerin um eine Jugendliche handelt, kann man sich vorstellen, wo die Tiere ohne uns landen würden, jetzt wo sie nicht mehr verkauft werden dürfen. Niemand bezahlt knappe 300€ um einen Wurf Hamster im Tierheim abzugeben. Da sind wir dann eigentlich die einzige Möglichkeit neben aussetzen oder verschwinden lassen. Unsere Pflegetiere werden bei alle in artgerechten Gehegen untergebracht und nur nach ausführlicher Kontrolle an Endplätze vermittelt. Wir verlangen pro Hamster 10€ Schutzgebühr, die nicht mal annähernd kostendeckend sind. Schon gar nicht, wenn noch Tierarztkosten dazu kommen. Im Jahr 2017 habe wir wie gesagt etwa 40-50 Hamster vermittelt und derzeit leben 29 Hamster bei unseren Pflegestellen, die noch auf ein neues Zuhause wartet.

Ich bin Pflegestelle für Farbratten beim Tierschutz aktiv Kärnten

Ich übernehme Ratten die z.B. unüberlegt angeschafft worden sind, wegen Allergie oder Umzug ihr Zuhause verlieren usw. Ich organisiere Mitfahrgelegenheiten, denn sie kommen aus ganz Österreich zu mir. Ganz oft aus schlechter und nicht artgerechter Haltung. Als Privatpersonen auf Willhaben noch inserieren durfte, hab ich anhand von Foto und Text erkennen können wo ich schnell helfen muss und konnte aktiv Tiere zu mir holen zusätzlich zu jenen die abgegeben wurden. Es belastet mich sehr dass diese ungewollten Tiere nun nicht mehr gesehen werden können. Sie sind noch immer da! Aber es sieht sie einfach niemand mehr! Unzählige fristen nun ein trauriges Dasein oder werden ausgesetzt . Durchschnittlich nehme ich ca. 100 Tiere im Jahr auf. Bedarf wäre mehr aber meine Möglichkeiten sind leider auch begrenzt... Manche sind alt oder krank und somit unvermittelbar. Also bin ich auch Gnadenplatz. Sie werden bei mir tiergerecht in geräumigen Gehegen untergebracht, medizinisch versorgt und bis zum Schluss liebevoll betreut. Da Ratten häufig an Tumoren erkranken schlagen die OP Kosten ordentlich zu Buche. Vom Futter bis zum Gehege, ich zahle alles selbst. Männliche Ratten werden immer kastriert um Nachwuchs zu verhindern. Bei weiblichen Tieren ist es ein zu schwerwiegender Eingriff, daher ist es bei weiblichen Tieren nicht möglich. Es gibt so schon mehr Tiere die ein Zuhause suchen und niemals die Chance bekommen werden! Daher ist jegliches Vermehren meiner Ansicht nach abzulehnen! Die Kleinnager können billig in Zoohandlungen gekauft werden und der Kunde unterstütz somit Maßentierhaltung von Kleintieren. Viele sterben. Und dagegen wird kein Gesetz gemacht!! Dieses "Tierschutzgesetz" verdient den Namen nicht! Es schützt die Lobby von Zoohandlung, Landwirtschaft und Vermehrer! Für den Schutz der Tiere bleibt da nichts! Durch uns Pflegestellen sind Tierheime entlastet und jede bringt ihre speziellen Kenntnisse und Erfahrungen mit den Tieren mit, das kommt ihnen zugute. Wenn wir nicht mehr helfen dürfen/können was wird mit all den Tieren?!! Nach meiner Erfahrung sind auch Tierheime oft mit Kleinnagern überfordert, sie haben andere Bedürfnisse/Krankheiten wie Katze oder Hund... Ich habe mein Leben zum Wohl der Kleinen ausgerichtet und der Gedanke nicht mehr helfen zu können ist mir unerträglich.

Gerette Tiere aus schlechter Haltung bzw. Abgabetiere, Iris Holub

Tierarten: Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse 

Anzahl lt. Tierart: Kaninchen:  65, Meerschweinchen: 11, Hamster:  143, Mäuse: 73

 

Kaninchen:Immer wieder versterben Kaninchen in der Privathaltung da sie nicht ausreichend über die Haltungsbedingungen, Futter und Gefahren informiert wurden.

Oft sind es Fliegen die Eier auf die meist erkrankten und geschwächten Tiere legen. Ein Durchfallklumpen (Blinddarmkot) am Popo oder eine Blasenentzündung kann ausreichen um die gefährlichen Fliegen anzulocken. Die Maden schlüpfen innerhalb kürzester Zeit und zerfressen das Kaninchen. Eine tgl. Kontrolle insbesondere der Geschlechtsecken u bei Verletzungen würde dieses übel verhindern. Falsches Futter wird gegeben, was zu Darmproblemen und Koliken führt.

 

Unzureichend Auslauf schwächt ebenfalls die Darmperestaltik. Die Kaninchenhalter werden nicht darüber informiert das ein Kaninchen quasi fast dauerhaft Rohfaser essen muss. Einen Tag nichts fressen bedeutet oft schon den Tod. Längeres wiederkehrendes Zwangsfüttern sowie Medikamente sind hier ein Muss.

 

-Viele der übernommenen Kaninchen hatten den Lebenswillen verloren. Ursache waren: Partnerverlust, keine Bewegung, schlechtes Futter, Parasiten etc. Durch die entsprechende Haltung, Pflege und Ernährung habe ich bisher selbst die schlimmsten Fälle wieder zu lebenslustigen Kaninchen gemacht.

 

-Viele Kaninchen werden unüberlegt für die Kinder gekauft, klein und kuschelig. Doch schon nach kurzer Zeit bemerken die meisten das Kaninchen doch recht zeitaufwändig sind und die entsprechende Säuberung  des Geheges viel Zeit verursacht.  Manche lassen die Kaninchen dann einfach aus, geben sie zu Jägern zum Erschießen oder die Tiere fristen ihr Leben in einem viel zu kleinen Käfig in einem Keller oder ähnlichem. Oft werden Kaninchen auch als Pärchen verkauft oder die Geschlechter vertauscht. Oft kommt es hierbei nochmal zu einer unkontrollierten Vermehrung.

 

-In Tierversuchslaboren und Krankenhäusern fristen viele Kaninchen ihr meist kurzes Leben. Das Personal wird angewiesen für die Tiere nach Möglichkeit Plätze zu suchen. Doch diese Leute sind Angestellte in diesen Betrieben und haben von Tiervermittlungen oder artgerechter Haltung leider nur wenig Ahnung und Ambitionen. Hier gibt es ein paar wenige engagierte private Leute die helfen, jedoch viel zu wenige für diese Anzahl!!!

 

Bsp aus der Praxis:

-Ein Jäger ruft mich an und sagt er habe gerade Kinder im Wald weglaufen sehen die ein Kaninchen frei ließen. Er fragte ob ich es übernehmen könne, sonst würde er es abschießen.

 

-Ein Kaninchen frisst nichts. Die betroffenen Besitzer ziehen mich zu Rat. Der Züchter meine das könne passieren. Das Kaninchen fristete alleine sein Dasein in einem kleine Holzkäfig mit 100cm länge und 40cm breite. Das Partnerkaninchen war an Fliegenmaden verstorben. Ich schaute mir den Kleinen an, der eine total kotverschmierten Popo hatte. Das Futter bestand aus wenig artgerechten Bestandteilen aber “Kaninchenfuttter” stand auf der Packung. Viel zu wenig Heu, kein Auslauf. Der Holzkäfig stand im Keller, das Sichtfenster gegen die karge Betonwand. Ich zeigte den Betroffenen wie sie ihn waschen konnten und klärte sie über die richtige Ernährung und Haltung auf. Am Abend frass der kleine wieder nichts. Zwangsfütterung und Medikamentengabe schafften die Besitzer nicht. Ich übernahm das Kaninchen und musste ihn 2 Wochen lang intensiv versorgen. Danach regenerierte sich der Darm und die Lebensfreude kam zurück. Das ganze ist 2 jahre her und der kleine erfreut sich bester Gesundheit mit einem neuen Partnerkaninchen.

 

-Nachbarn fragen mich um Rat. Sie haben von der Tierhandlung 2 Kaninchen in einem Käfig erstanden. Sie fragten sich ob das wirklich die ideale Unterbringung sein. Der Käfig maß 100cm länge und 50 cm breite. Die Kaninchen waren normale Widderkaninchen mit einem ausgewachsenen Endgewicht von je 2,2 – 2,4kg. Weiters wurde ihnen gesagt sie dürften den Tieren kein Obst und Gemüse für ein halbes Jahr lang geben. Die Besitzer waren verwundert. Im gekauften Käfig war kein Häuschen. Nur eine leere Heuraufe und eine Trinkflasche. Die Tiere täten ihnen leid und so haben sie in der Tierhandlung nochmals nachgefragt u da hieß es das die Tiere nach draussen sollten. Die Besitzer stellten darauf hin den Käfig im Jänner einfach in den Garten unter einen Baum. Zuvor waren die Tiere im Wohnzimmer bei 25 Grad. Dann plötzlich bei unseren eisigen Termeraturen im jänner und minusgraden im Garten, ohne Unterschlupfmöglichkeit!!! Ich gab Ihnen artgerechte Haltungstipps und nun leben die beiden in einem schönen großen mardersicherem Aussengehege mit 6 m Länge und 2 Meter breite. Verschiedene Unterschlupfmöglichkeiten, Sonnen- und Wetterschutz ist vorhanden.

 

Meerschweinchen: Eine Frau kauft in der Tierhandlung 2 Meerschweinchen. Es sollten 2 Weibchen sein. Kurze Zeit darauf befanden sich mehrere Meerschweinchen im Käfig. Sie behielt sie. Zu dieser Zeit hielt sie 6 Meerschweinchen in einem 80cm Käfig, weitere 4 in einem 60cm Käfig. Bis es nochmals mehrere wurden! Die Besitzerin fragt um Rat. Sie wußte nicht das diese Vermehrung möglich war. Wo sie doch lt. Tierhandlung 2 Weibchen kaufte, die demnach zuvor nur in einer Mädelsgruppe waren. Wir übernahmen die Meerschweinchen, separierten nach Geschlechtern und suchten artgerechte Plätze über div. Plattformen.

 

Hamster: über Willhaben wurden 2. Goldhamstermännchen 1 jährig gemeinsam in einem kleinen Käfig angeboten. Auf Rückfrage und Hinweis das Goldhamster absolute Einzelgänger wären und der Käfig viel zu klein sein, meinte der Besitzer das ihm die Tierhandlung diese Tiere so verkauft habe und diese Haltung von der Tierhandlung absolut gut sei und Goldhamster Gruppentiere seien. Kurze Zeit später wurden weitere Goldhamster in diesem Bezirk zu 2. von Privatpersonen zur Abgabe angeboten. Auf Rückfrage erhielten wir von dieser Person die selbe Information. Die Tierhandlung im Ort habe ihnen die Tiere so verkauft. Und oh wunder.. kurze Zeit später die nächsten Besitzer die ihre Hamster anboten, da sie sie nicht mehr mochten. Ebenfalls 2 Tiere in einem kl. Käfig. Das waren 6 Goldhamster innerhalb von 5 Monaten in demselben Bezirk.

 

-Wir bekamen die Information das ein junger Mann seine Dsungarischen Zwerghamster nicht mehr wolle. Sie haben sich vermehrt. Ich bot an sie zu übernehmen. Die Unterbringung war ein Minikäfig so groß wie eine normale Hamstertransportbox nur aus Gitter. Größe ca. 30x15cm. im unteren Bereich war das Muttertier mit 6 Babies untergebracht. Durch eine Plastiketage und Klebeband hatte er den Papa oben abgetrennt. Es gab kein Laufrad oder Haus.

 

-Eine Abgabe über Internet machte auf sich aufmerksam. Eine Privatperson gab an gut 40 Tiere zu haben, die sich unkontrollliert vermehrten und sie dringend Tiere abgeben müsse da sie nicht mehr wisse wie sie sie unterbringen soll. Bei Abholung der Tiere lebten 2 Weibchen in einem kl. Käfig. Ein Weibchen hatte 6 Junge. Ein junges hatte keine Vorderpfote mehr und verstarb am nächsten Tag. Der Besitzer gab an, das das junge in der Hamsterwattte seinen Fuss verwickelt hatte und es abgerissen wurde. Bis auf 2 Tiere konnten wir alle übernehmen und vermitteln.

 

- über Internet erfuhren wir von einem jungen Pärchen das 45 Goldhamster habe die sich unkontrolliert vermehren und sie gerne ein paar hergeben würde. Ich fuhr hin und mich traf der Schlag. Die Tiere waren zu mehreren in Transportboxen untergebracht in denen sie leben mussten. Kein Nestmaterial, kein Laufrad, dürftig Einstreu. Weitere Tiere wurden in Kübeln und Wäschewannen sowie miniplexiglasabteilen für Fische. Die Tiere waren schon mind. 5 Monate alt und waren übersäht mit Milben. Das Pärchen gab an, das sie die Tiere liebten, aber immer welche ausbrachen und plötzlich bei anderen saßen und so immer wieder Jungtiere auf die Welt kämen. Ich klärte die Besitzer über artgerechte Haltung auf. Die Frau war einsichtig. Der Mann leider nicht. Leider wollten sie nicht alle Tiere abgeben.... 25 durften jedoch weg. Andere hatten sie selbst vermittelt. Die restlichen 8 wollten sie behalten... doch zu meiner Freude meldete sich die Frau nach ein paar Monaten wieder bei mir und fragte ob ich weitere 6 Tiere aufnehmen könnne da es ihnen zuviel wurde, und sie wisse das ich sie besser vermitteln könne. Es kam dort nach meinem Besuch zu keiner weiteren Vermehrung.

 

Mäuse: Beim Spazieren gehen traf ich Kinder mit einem kl. Käfig u 2 Mäusemamas darinnen. Ich fragte was sie denn damit machen wollen. Sie antworteten das die Eltern die Tiere nicht erlauben und sie sie freilassen müssen. Sie hätten sie von Bekannten bekommen aber die würden sie nicht zurücknehmen. Ich übernahm die Tiere und ein paar Tage später hatten beide Mütter Babies bekommen.

 

-Vom Versuchslabor übernahm ich 50 Mäuse die ich gut vermitteln konnte. 

Ich bin seit gut 20 Jahren im Tierschutz, habe viel erlebt und gesehen. Das Hauptproblem ist immer wieder das “niedliche und günstige Anbieten” der Jungtiere und die bewusste fehlende Aufklärung über die richtige artgerechte Haltung nur um höhere Absatzzahlen und mehr Profit zu erreichen.

 

Gäbe es strengere Kontrollen und härtere Strafen bei Nichteinhaltung bei der Zucht, Vermittlung und Haltung von Tieren gäbe es wohl auch mehr Menschlichkeit unter uns und viel weniger Tierleid.

Ni Ke

Mir geht die Gleichstellung aller Tiere ab. Die meisten Nager fallen durch den Rost. Ich finde es sowieso eine Frechheit, dass bei einem Tierschutzgesetz für einige Tiere Ausnahmeregelungen gibt. Wer darf entscheiden welches Lebewesen weniger Rechte hat wie ein anderes? Welche Tierart ist weniger Schützenswert? Da ich nur im Nagerbereich Einblick in das System habe kann ich auch nur zu diesem Thema was sagen bzw. schreiben. Es gibt wie überall in diesem Bereich Pflegestellen die ums Überleben kämpfen. Und gerade in diesem Bereich gibt es auch die Vermehrer die Wahllos Tiere "produzieren". Da Nager dafür bekannt sind sich schnell zu vermehren ist es ein Fass ohne Boden. Dann bekommen sogenannte seriöse Züchter plötzlich eine Bescheinigung, dass sie züchten und inserieren dürfen ohne, dass dort jemals wer nach dem Rechten sieht. Sind ja nur Nager.....Die Tiere von diesen Züchtern landen oft auf den Pflegestellen und die sollten in Zukunft anscheinend keine Daseinsberechtigung haben? Diese Tiere landen auch oft in Zooläden. Denen is es egal wie die Tiere gehalten werden vom Züchter. Hauptsache billig und wenn das Tier krank ist geht es immer noch als Schlangenfutter durch. Meiner Meinung nach gehört das Ganze nochmal überdacht von Menschen die Ahnung haben. Ich hoffe das Beste....aber hoffen darf man...

Nina Islitzer

Aufgenommene Tiere aus schlechter Haltung sowie deren Weitervermittlung in artgerechte Haltung 

Tierarten: Wellensittiche, Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen, Rennmäuse, Hamster 

 Anzahl der Tiere nach Tierart:

9 Wellensittiche

12 Kaninchen

18 Meerschweinchen

4 Katzen

12 Rennmäuse

56 Hamster 

 

ALLE oben genannten Tiere wurden aus ganz kleinen, nicht artgerechten Käfigen, tw. Hamster und Rennmäuse ohne Sandbad, Laufrad, Versteckmöglichkeit, tw. ohne Einstreu lebend oder mit falschem Futter ernährt (zB: Hamster mit Meerschweinchenfutter), Hamster als Einzelgänger waren oft zu zweit, zu dritt in Minikäfigen - oft mit Bisswunden aus Streitereien, von mir übernommen und in artgerechte Haltungen (Haltungsbedingungen lt. TSG) vermittelt.

Großteils waren es Abgabetiere die über verschiedene Internetplattformen angeboten wurden. Meine Vermittlung erfolgte auch größtenteils über das Internet. Einige der Tiere waren bei Abgabe krank, Milben und Flöhe keine Seltenheit. Die Behandlung erfolgte auf meine Kosten. 

 

Aktuell Anfragen über 9 Hamster (2 Abgabetiere weil nun unerwünscht, 4 Babys weil der Hamster aus der Zoohandlung (bei Kauf unwissentlich) schwanger war, 3 Babys da aus Tierhandlung ein Pärchen als gleichgeschlechtlich verkauft wurde und nicht zur Einzelhaltung informiert wurde) sowie 3 Rennmäuse  zur Aufnahme und Weitervermittlung, welche ich nun nicht mehr aufnehmen kann, da ich keine Möglichkeit der Suche nach artgerechten Plätzen mehr habe. Was aus diesen Tieren nun wird, steht in den Sternen.

 

Vor 3 Wochen bemerkte ich in landwirtschaftlicher Haltung ein offensichtlich krankes Kaninchen (eitrig verklebtes Auge). Das Tier wurde dort sichtlich nicht tierärztlich medizinisch versorgt; nach erneuter "Kontrolle" meinerseits nach 1 Woche war der Zustand des Kaninchens noch schlechter. Ich konnte dieses arme Tier dort nicht rausholen (die Besitzer hätten es mir gratis mitgegeben), da ich nach dem neuen Tierschutzgesetz nun keine Möglichkeit zur Weitervermittlung in artgerechte Haltung habe.

 

Die Suche nach einem Tierschutzverein der Platz für das kranke Kaninchen gehabt hätte gestaltete sich etwas länger und mühsam. Als ich dann endlich einen TSV hatte, der bereit war zur Aufnahme des Kaninchens, war dieses bereits tot. Der Besitzer hatte es, um sich die Tierarztkosten zu sparen (immerhin vermehren die sich dort gratis) getötet.

 Übernahme von 2 Kaninchen - man drohte mit der Ermordung. Eine aufmerksame Bekannte meldete mir den Fall mit dem Hilferuf um Aufnahme der beiden.

 

Da es um Leben und Tod ging, sagte ich kurzfristig zu, da ich einen Außenstall übergangsmäßig frei hatte. Da dieser Stall nicht winterfest war und die Aufnahme Anfang der Wintermonate war, musste ich schnell eine geeignete Unterbringungsmöglichkeit für die beiden suchen. ALLE Tierheime und Tierschutzvereine im Umkreis und in weiterer Ferne lehnten die Aufnahme der Beiden ab, da sie bereits voll wären. Schließlich fand ich eine Privatorganisation in der Steiermark, die die beiden aufnahm, kastrierte und in artgerechte Haltung vermitteln konnte.

 

Meine zuletzt aufgenommenen Notfalltiere kann ich nicht mehr weitervermitteln. Hilferufe von Privatpersonen für Aufnahmen (und Vermittlung) muss ich nun ablehnen, selbst wenn es (wie in obigen Beispielen) um Leben und Tod geht. Aber mein Platz ist begrenzt, wenn ich keine Möglichkeit zur Weitervermittlung habe, habe ich somit folglich keine Möglichkeit mehr Leben zu retten. Das ist hart ... wegsehen zu müssen statt handeln zu können.

Kontaktaufnahme mit dem nächstgelegenem Tierheim ergab, wenn Personen öfters Tiere aufnehmen und vermitteln, dann würden sie diese nicht mal auf ihre Homepage unter die Rubrik "Privatvermittlung" geben ...

Fakt: Tierheime sind voll, helfen nicht bei Vermittlung von geretteten Tiere ...

WO werden all diese Tiere nun landen?

Raphaela  Prassl

Kurz ein paar Zeilen zu meinen Erfahrungen:

Angefangen hat alles mit zwei kleinen Zwrrghamstern die wir (mein Freund und ich) aus einer Haltung bei Animalhorders in OÖ übernahmen. Dort angekommen sind dann allerdings gleich alle 7 Hamster mitgekommen. Ganz schnell sind wir dann auf immer mehr Notfälle aufmerksam geworden, wo die Leute einfach nicht wussten wohin mit ihren Tieren. Diese waren meist alt und/oder krank und innerhalb kürzester Zeit waren wir dann auf 40 Hamster, was auch bedeutet 40 Terrarien/Käfige mit Mindestmaßen, und haben uns dann entschlossen einen Verein zu gründen über den wir die Tiere dann seriös weitervermitteln konnten. Da die Tierheime immer maßlos überfüllt waren und auch sind haben sich immer mehr Leute gemeldet die uns ihre Tiere bringen wollten und natürlich auch welche, die bewusst Tiere übernommen haben die wirklich dringend Plätze benötigt haben. 

Leider musste ich dann kurzfristig in der Arbeit auf 40h erhöhen wodurch sich die Vereinstätigkeit nicht mehr ausgegangen ist und der Verein aufgelöst wurde. Parallel dazu hat sich mir die Türe zur Rattenwelt geöffnet. Vorteil hier ist dass ich nicht viele Einzelkäfige benötige und ich ein Zimmer in unserem Haus zur Verfügung habe. Höchststand war 42 Tiere - auch hier sind die Pflegestellen und Tierheime immer voll mit Notfällen, Unfallwürfen etc. 

Mittlerweile haben wir seit einigen Tagen zwei Wildkatzen mit jeweils 4 Babies - also auf einen Schlag 10 Katzen mehr zu unseren 4 eigenen Katzen! Das Tierheim hat sich zwar dazu bereit erklärt die zwei Streunermamis in ihr Kastrationsprogramm zu übernehmen allerdings war und ist kein Platz zur Aufzucht der kleinen Kätzchen und auch die Vereine waren und sind immer noch voll, vor allem mit kränklichen und pflegebedürftigen Katzenbabies, wodurch die Tiere bei uns geblieben sind - unsere Nachbarn haben übrigens gedroht die Mamas zu erschießen wenn die nicht bald wegkommen. Also an allen Ecken und Enden, egal um welche Tierart es geht, fehlt es an Plätzen und Aufzuchtsmöglichkeiten. 

Tanzer Barbara

Tierart Hamster, Anzahl der Tiere: 40

Hamster:  

Über willhaben Anzeige entdeckt das jemand 2 Zwerghamster abgibt, auf meine Bemerkung das man Zwerghamster alleine halten sollte, kam nur als Reaktion, das ihnen beim Kauf gesagt wurde, man soll sie zu 2. halten, damit sie wen zum Spielen haben, was absoluter blödsinn ist, dort angekommen saßen die beiden in einer Plastikbox kaum größer als ein Schuhkarton, nur mit Zeitungspapier als Unterlage, und einem Handtuch, zum Schlafen. 

 - wenig später folgende Situation, wurde von einer Person drauf aufmerksam gemacht, das sie Teddyhamster Babies hat, auf meine Nachfrage, wie es dazu kam, sie hat sich 2 Männchen gekauft, wovon anscheinend eines ein Weibchen war, und das es so zu den Babies kam, hab sie dann aufgeklärt, und ihnen alle

Babies, und den Vater abgenommen, um weiteren Nachwuchs zu verhindern.

 

 -über internet erfahren das jemand unwissentlich Zwerghamster Pärchen gekauft hat, und dann unkontrolliert Babies bekommen hat, welche in diversen plastikboxen, die aussahen wie Brotboxen, Schreibtischschubladen, Minkäfige, teilweise 25 x 15 gehalten wurden manche durch die bisse der anderen schon verletzt,  bzw ohne haus, und nur mit Watte. Habe dann alle Hebel in die Wege gesetzt und die kleinen gerettet.

 

Kurze Zeit später wurden dann wieder Goldhamster in meiner näheren Umgebung zu 2. von Privatpersonen zur Abgabe angeboten. Auf Nachfrage erhielt ich von dieser Person die Information das man ihr sagte das man Hamster nicht alleine halten sollte da sie einen Spielkameraden brauchen. leider war auch der Käfig nicht größer als eine große Transportbox.

  

Das sind nur ein paar Beispiele aus meiner 6 jähren Tätigkeit, wo ich Hamster aus schlechten Verhältnissen gerettet habe, und einige  an gute Plätze weiter vermittelt habe.